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Schildkröten an der Börse

23.10.2008

Nachdem der DAX heute zeitweise erneut unter 4400 Punkte fiel, folgt in den nächsten Tagen statt spektakulärer Trades eine neue Buchrezension.

 

Dieses Mal steht Michael Covels, Turtel Trading auf dem Prüfstand. Das Buch beschreibt eine Geschichte wie sie sich Mitte der 80er Jahre tatsächlich zugetragen haben soll.

Zwei Wall Street Größen wetteten gegeneinander. Einer (Richard Dennis) war der Meinung jeder könnte erfolgreiches Traden lernen. Sein Partner hielt dagegen. Per Zeitungsannonce suchten die beiden Versuchspersonen die sie nach einem zweiwöchigen Crashkurs mit jeweils 1 Mio US$ auf die Märkte losliesen. Als das Experiment beendet war hatte Dennis (und seine Zöglinge=Turtles) 100 Mio US$ verdient…

Kling doch vielversprechend. Was wirklich in bzw. hinter dem mit 34,90 EUR recht teuren Buch steckt werde ich in den nächsten Tagen herausfinden.



5 Kommentare zu “Schildkröten an der Börse”

  1. Andreas sagt:

    Nach den ersten paar Seiten scheint das Buch recht unterhaltsam, mir fiel allerdings auch etwas negatives auf:

    Die 3 Buchempfehlungen für andere Bücher des Finanzbuch Verlags muß man wohl hinnehmen (kann man auch).

    Dass aber im letzten Kapitel seitenweise Zahlenkolonnen der am Experiment teilnehmenden Trader (monatliche Performance, etc.) aufgelistet sind empfinde ich bei einem Preis von 34,90 EUR als Unverschämtheit. Zieht man diese (eigentlich nutzlosen Seiten) vom Buchumfang ab, bleiben gerade einmal 296 Seiten übrig.

  2. Andreas sagt:

    Nachdem ich knapp die erste Hälfte des Turtle Trading Buchs gelesen habe heute ein Zwischenfazit:

    Die ersten 4 Kapitel sind unterhaltsam zu lesen, die Anlagestrategie der Turtles wird jedoch noch nicht vermittelt und allenfalls angedeutet. Hauptinhalt der ersten vier Kapitel ist die Vorstellung der beteiligten Personen und die Beschreibung der Auswahl/Zusammenstellung der Gruppe der Trading-Schüler.

    Zur Stratgie nur soviel, RICHARD DENNIS, der Lehrer der Turtles ist ein (begnadeter ?) technischer Trader. Seine Anlagestrategie unterscheidet sich deshalb grundlegend von der Strategie Warren Buffets (Value Investing) die ich bisher mit Regel Nr. 1 ja auch verfolge (auch wenn ich technische Indikatoren verwende um Ein- und Ausstiegszeitpunkt festzulegen). Beim Value Investing sucht man unterbewertete Firmen, steigt ein und wartet, bis der Markt den unrealistisch niedrigen Preis des Unternehmen ausgeglichen hat (also die Kurse gestiegen sind).

    Beim Technischen Investieren geht man dagegen davon aus, dass es keine unterbewerteten Unternehmen gibt, man postuliert, der Preis einer Aktie bereits alle wichtigen Faktoren, Nachrichten, Unternehmensergebnisse etc berücksichtigt.

    Gewagt, eine Strategie anzuwenden/anzupreisen die im Gegensatz zur Strategie des (zweit-)reichsten Mannes der Welt steht.

    Immerhin ist es beim technischen Investieren nicht nötig Finanznachrichten etc. zu studieren, man steigt ein wenn die technischen Indikatoren einem raten einzusteigen und steigt dann wieder aus wenn diese ein Ausstiegssignal liefert. Diese Tradingmethode basiert ausschließlich auf der Erkennung eines Trends anhand div. technischen Indikatoren. Fundamentale Unternehmensdaten sind hier nicht wichtig.

    Es ist zu vermuten, dass die ideale Strategie aus einer Mischung beider Investitions-Strategien besteht, ich denke dass ich deshalb mit meiner Regel Nr. 1 Strategie nicht sooo schlecht fahre…

  3. Andreas sagt:

    Nachdem ich inzwischen rund 2/3 von Turtle Trading gelesen habe ist das “Experiment” bereits wieder beendet.

    In Kapitel 5 werden die Regeln an die sich die Turtles halten sollten/mussten kurz angerissen.

    Etwas schockierend ist, dass das Experiment Ende der 80er Jahre wohl abgebrochen wurde weil Richard Dennis pleite ging (oder kurz davor stand). Er hatte wohl bei seinem eigenen Portfolio gegen seine von ihm gelehrten Regeln verstoßen und dies zu spüren bekommen.

    In Turtle Trading wird mehrmals darauf hingewiesen, dass es beim Aktienhandel oder Trading extrem schwer ist nach seinen auferlegten Regel (und ausschließlich danach) zu handeln.

    Auch ich habe dies schon mehrfach zu spüren bekommen.

    Meiner Erfahrung nach wird es mit zunehmendem Depotwert zunehmend schwieriger sich an seine Tradingstrategie zu halten, weil man zunehmend emotional wird.

    Ich hatte bei meinen ersten Trades wenig Skrupel genau nach Regel 1 zu traden, damals standen vielleicht 40 EUR auf der Renditeseite.

    Als es beim letzten Trade um 400 EUR Gewinn ging wurde ich nervös und habe mehrfach Regel Nr. 1 bzw. meine eigenen Tradingregeln verletzt.

    Laut Dennis muss man lediglich einem technischen Kauf- bzw. Verkaufssignal folgen um Gewinn zu machen.

    Als ich dies gelesen hatte, war mir klar, dass man dafür auch ein Computerprogramm entwickeln könnte. Denn wer ist emotionsloser als ein Computer.

    Als ich bereits mit dem Gedanken spielte ein solches Programm ggf. als Webanwendung zu entwickeln habe ich im Internet einen Interessenaten Artikel gefunden der beschreibt, das R. Dennis inzwischen genau so tradet; Ein Computer nimmt ihm Kauf- und Verkaufsentscheidungen ab.

    http://www.streetstories.com/rd_finan_trader.html

  4. Andreas sagt:

    Nachdem ich Covels Turtle Trading Buch seit gestern abend durch habe, hier das abschließende Fazit:

    Für rund 35 EUR erhält der Leser ein unterhaltsames aber eher romanähnliches Buch, dass ein Experiment Mitte der 80er Jahre beschreibt, indem Laien einen Trading-Crashkurs und 1 Mio US$ als Startkapital erhalten um damit Ihr Glück zu versuchen.

    Was den Kandidaten beigebracht wurde wird nur in Kapital 5 und auch nur unzureichend umrissen.

    Interessant ist was bis heute aus den einzelnen Tradern wurde. Während einige milliardenschwere Hedgefonds managen, sind andere längst wieder in der Versenkung verschwunden oder haben sich zur Ruhe gesetzt.

    Einer der es offentsichtlich geschafft hat ist Jerry Parker.

    Parkes Werdegang fasziniert in soforn als dass er erkannte, dass private Anleger niemandem ihr Geld anvertrauen der locker 50% Verlust als Rückschläge hinnimmt nur um maximale Gewinne einzufahren. Er minimierte das Risiko der ihm beigebrachten Methode und verwaltet heute Kundenvermögen in Milliardenhöhe. Er ist auch mit einer jährlichen Performance im mittleren 2 stelligen Bereich durchaus zufrieden (später mehr).

    2 der Kandidaten, Russel Sands (http://www.russellsandsoriginalturtle.com/) und Curtis Faith (http://www.youtube.com/watch?v=C3pGf_yuyBA) entschieden sich die Turtle Trading Regeln in Form von Webseiten bzw. Büchern zu verkaufen, ggf. werde ich hier noch genauer nachhaken.

    Auch wenn das Trading System der Turtles nur unzureichend beschrieben wird, wird klar, dass es sich um ein rein technisches System handelt. Fundamentale Unternehmensdaten spielen keine Rolle (im Gegensatz zu Regel Nr.1). Meiner Meinung nach macht Regel Nr. 1 genau das, worauf Parkes Erfolg basiert: “Risikominimierung”. Durch die Verwendung/Berücksichtigung von fundamentalen Daten wird das Risiko eines großen Tradingverlusts minimiert. Ein- und Ausstiegszeitpunkt werden auch bei Regel Nr.1 rein durch technische Indikatoren/Signale.

    Apropos Performance, spaßeshalber habe ich mein Performance seit meinem ersten realen Trade am 21.04.2008 berechnet. In etwas mehr als 6 Monaten liegt meine Performance nach Regel Nr. 1 bei m. M. n. doch beachtlichen 31,8 %.

    Die Performance von Jerry Parker (mit seinem Unternehmen Chesapeake Capital lag zwischen 1988 und 2006 wie die endlosen Tabelle im vorliegenden Buch verraten zwischen -7,98% (2001) und 61,82% (1993). Im Durchschnitt wurden in diesem Zeitraum 19,3% Rendite erwirtschaftet. Nur in 3 Jahren lag Parker über meinen 31,8% (wenn auch 1993 deutlich).

    So schlecht scheine ich mich also gar nicht zu schlagen mit meiner Strategie :-)

  5. […] ich mich bei Turtle Trading doch etwas über den hohen Preis für das auf Deutsch übersetzte Buch geärgert hatte und mir […]

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